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Warum Kätzchen, Bäuche und Brüste?

// Marketing

Kätzchen

Kennen Sie „Katzencontent“? Hier zum Spaß: Einfach mal googeln.

So sind wir Menschen. Kaum guckt uns einer mit großen Augen an, ist’s um uns geschehen: Das Kindchenschema schlägt zu und macht uns zum Sklaven unseres Arterhaltungstriebes.

Bäuche

„Mit diesem unglaublich einfachen Trick hat Barbara in 6 Wochen 24 kg abgenommen“
(Hier bitte Bild von schlanker Barbara vorstellen)

„Nein!“, „Kann ich nicht glauben“, „Die wollen mich hinters Licht führen“ … „Könnte aber was dran sein“, „Will ich auch!“.

Denn: sind wir nicht alle ein bisschen Barbara. Und tragen wir nicht alle den Wunsch in uns, ohne viel Aufwand als Lichtgestalt durchs Leben zu schweben?


Beispiele für »Clickbait«


Brüste: Nipplegate

Zur Komplettierung der niederen Instinkte hätte ich noch das „Nipple­gate“ von 2004 anzubieten. Das war ja, als Janet Jackson im Fernsehen live das Dekolleté verrutschte. Sie erinnern sich? Skandal! Und das bei einer bis dato vollkommen Brust-unverdächtigen Tochter aus guten Hause. Das hätte ich nicht erwartet. Muss ich sehen.

P.S.: Der Nippel war übrigens blickdicht gepierced und dem Ganzen haftete auch irgendwie der Geruch von absichtlicher PR-Maßnahme an …


Warum passiert uns das?

Der Mensch ist weich und vergänglich und kann sich angesichts eines Säbelzahntigers oder auch bei Erscheinen eines adäquaten Ver­mehrungs­partners nicht lange in Grübeleien verlieren. "Zur Tat, zur Tat!" heißt es dann.

Deshalb hat uns die Natur mit bei relevanten Schlüsselreizen automatisch feuernden Neuronen ausgestattet – wir reagieren quasi reflexhaft. Da können wir gar nichts dafür, das passiert einfach.

Und obwohl wir in der Moderne den Tiger so ziemlich aus dem Spiel des Lebens geworfen haben und das Thema „Vermehrung“ mittlerweile auch nicht mehr so einfach ist, reagieren wir auf diese Trigger nach wie vor, wie Mutter Natur das ursprünglich geplant hatte.

Und das nutzt sich nicht ab, ist quasi in unsere Firmware (?). Der Unterschied zwischen uns heute und dem Neandertaler damals: Wir schalten HINTERHER einen Zensor dazu. Besser spät als nie, könnte man sagen. Wenn wir also schon Angst haben, geil sind oder zum Angriff blasen wollen, fragen wir als reflektierte Neuzeitmenschen (meistens): Ist das alles richtig so? Ist es angemessen oder zielführend?

Und wenn diese Nachfrage an unsere Logik und unser Gewissen auch nur ansatzweise positiv ausfällt, dann bleiben wir bei unserer ersten impulsiven Entscheidung. Denn das ist es, was wir wirklich WOLLEN!

Deshalb Kätzchen!


Linktipp: Das Konzept des freien Willens ist nicht final ausdiskutiert und durchaus kontrovers. Wer tiefer einsteigen möchte, mag sich diesen spannenden Artikel dazu durchlesen.

Ich denke, dass wir alle ja nur kleine affektgesteuerte Wesen sind. Und das finde ich auch ganz o.k. – im Idealfall sympathisch, im schlimmsten Fall aber auch gefährlich.

Darum: Immer beim Blick auf die Welt an den Kätzchenfilter denken.