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DIE Agentur, DIE Kommunikation, DIE Zukunft … got it?
// MeinungSonntag ist Weltfrauentag.
Ein Grund für mich, mal drüber nachzudenken, wie es so läuft mit der Gleichberechtigung in der Agenturwelt.
Frauen in Agenturen: viele Talente, wenig Führung
Schaut man sich die Kreativ- und Kommunikationsbranche an, zeigt sich ein bekanntes Bild: Viele Talente sind weiblich. Viele Teams sind weiblich besetzt. Auch bei uns arbeiten viele tolle Frauen!
Gleichzeitig sitzen an der Spitze noch immer überdurchschnittlich oft Männer. Ein Blick nach Hannover bestätigt dieses Bild. Denke ich an die Hannoveraner Agenturszene, habe ich sofort zehn Namen im Kopf. Nur bei einer der Agenturen sitzen Frauen mit in der Geschäftsführung. Die anderen werden alle von Männern geführt. In einer Branche, in der Frauen täglich die Pitches führen, die Strategien entwickeln, die Kund*innen beraten und mit kreativen Ideen abliefern. Ich schreibe das nicht, um anzuklagen. Sondern, weil es der Tatsache entspricht. Auch bei uns sitzen aktuell (noch) nur Männer an der Spitze.
Jetzt könnte man darüber schimpfen, den Fokus auf das Gap legen. Den Finger in die Wunde. Tatsachen benennen ist wichtig. Keine Frage. Und ja: Strukturen sind immer noch patriarchal geprägt, internalisierter Sexismus steckt in uns allen – bewusst und unbewusst.
Langsam, aber: Wir sind auf dem Weg!
Gleichzeitig lohnt der Blick auf die positive Veränderung, die gerade passiert: Ich erlebe eine Bewegung unter den Frauen, die für ihren Platz einstehen wollen. Sie rücken nach, führen Teams, prägen Kultur. Mich empowert das total, wenn ich erlebe, wie eine Frau auf Kundenseite den Weg von der Trainee zur „Head of"-Stelle geht. Oder wie eine andere sich für den nächsten Karriereschritt in die Vorstandsarbeit entscheidet. Einfach, weil es sich richtig anfühlt. Mit Kind, nicht trotz Kind.
Und ich erlebe Männer, die Raum schaffen, Care-Arbeit als ihr Päckchen verstehen und Frauen in den Fokus rücken. „Selbstverständlich teilen meine Frau und ich die Kindkrank-Tage 50/50 auf", sagte mir ein Kollege neulich. Auch bei Kita-Festen trifft man nicht mehr nur auf Mütter. Die sind nämlich gerade dabei, die wichtige Pitchpräsentation zu halten oder das nächste Personalgespräch zu führen.
Es fühlt sich an, als wären wir auf dem Weg. Langsam, dafür stetig. Gehen wir weiter, damit Vielfalt in Führung auch in Agenturen so selbstverständlich wird, dass es keiner Erwähnung mehr bedarf. Ich freu mich drauf!
Und dann blicken wir in ein paar Jahren zurück und fragen uns, warum das alles eigentlich so lange gedauert hat. Ok?
Happy Weltfrauentag.
Übrigens: Dass wir Frauen bei LOOK//one in unserem Arbeitsalltag „ganz schön wenig zu meckern" haben, das hat Lara Buller hier schon einmal wunderbar zusammengefasst.